Gemeinsamer Unterricht in den Partnerklassen

 

Die Partnerklasse setzt sich in der Regel aus 18 bis 20 Realschülern der Geschwister Scholl Realschule und 8 bis 10 Förderschülern der Jakob Muth Schule zusammen. Ziel ist es, dass sich die Schüler/innen der beiden kooperierenden Klassen als Mitglieder „einer gemeinsamen Klasse“ erleben und verstehen.

 

Für den Unterricht stehen zwei nebeneinanderliegende Klassenzimmer zur Verfügung. Diese und der großzügige Flur können für Kleingruppenarbeiten genutzt werden. Der Förderschullehrer und der Klassenleiter der Realschüler bilden zusammen das Klassenlehrerteam der Partnerklasse. Unterstützt werden sie von einem Kinderpfleger, einem Praktikanten im Freiwilligen Sozialen Jahr sowie ggf. von Schulbegleitern für Kinder mit besonders intensivem Betreuungsbedarf.

 
 

Der gemeinsame und regelmäßig stattfindende Unterricht beschränkt sich auf Fächer, die für Realschüler keine Vorrückungsfächer sind (Musik, Kunst und Sport).

Der Förderschullehrer und der jeweilige Fachlehrer arbeiten eng zusammen und besprechen gemeinsam die Unterrichtsinhalte, die sich grundsätzlich auf den Realschullehrplan beziehen.

 

Die Lehrer wechseln sich in der Regel auch bei der Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts ab. In den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch findet eine gemeinsame Wochenplanstunde statt, daneben bereiten der Förderschullehrer und der jeweilige Fachlehrer nach pädagogischem Ermessen gemeinsamen kurze Unterrichtseinheiten oder Projekte in allen Vorrückungsfächern vor. 

 

An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass die Unterrichtsplanung und -durchführung mit annehmbarem Arbeitsaufwand möglich ist. Die Zusammenführung einer Fachlehrkraft, also der Kunst, Musik- oder Sportlehrkraft mit der Sonderpädagogin wird von beiden Seiten in der Regel als äußerst bereichernd und gewinnbringend erlebt

 

So ist die Sonderpädagogin dankbar um die fundierte musikalische Ausbildung der Musiklehrerin. Die Realschullehrerin hingegen profitiert im Unterricht von den didaktischen Kniffen und den Ideen für eine anschauliche Umsetzung von Lerninhalten der Sonderpädagogin. Von dieser interdisziplinären Zusammenarbeit profitieren die Schüler und Schülerinnen ungemein.

 

 

 
  Nicht jede Unterrichtsstunde muss detailliert gemeinsam geplant werden. Dies kann durchaus im Wechsel oder sequenzabhängig gestaltet werden. Ein Jeder wird überrascht sein, wie vielfältig die Ideen zur Gestaltung des gemeinsamen Unterrichts sind, wenn zwei erfahrene Lehrkräfte sich einbringen. Mit etwas Übung und Routine trauen sich dann die jeweiligen Lehrerteams immer mehr gemeinsame Projekte zu. Bietet sich nicht das nächste Mathe-Thema für einen gemeinsamen Versuch an? Oder haben wir vielleicht Kapazitäten, neben den Lernwerkstätten „Steinzeit“ und „Römer“ noch weitere geschichtliche Themen entsprechend aufzubereiten?

 

Immer wieder kommt das Feedback der Realschullehrer und -lehrerinnen, dass sie sehr gerne in den Partnerklassen unterrichten. Zum einen begegnen auch sie oft erstmals Menschen mit geistiger Behinderung intensiver und erleben dies als Bereicherung. Zum anderen ist das soziale Klima hier ein angenehmes und die Motivation der Schüler und Schülerinnen, sich für Schule und Unterricht zu engagieren ist hoch.